Tarifvertrag caritas 2018

Wenn Tarifverträge auslaufen, ohne dass neue Verträge bestehen, werden die Regelungen des alten Vertrages eingehalten, bis ein neuer Vertrag ausgehandelt wird. Nach dem Arbeitsvertragsgesetz sind Streiks nur in dieser Situation nach Ablauf der Vertragslaufzeit zulässig. Das Arbeitszeitgesetz regelt Überstunden und deren Ausgleich und definiert Überstunden als “Arbeit, die auf Initiative des Arbeitgebers zusätzlich zu den regulären Arbeitszeiten geleistet wird” (Arbeitsgesetz 2011). Die Höchstdauer der zulässigen Überstunden beträgt 138 Stunden pro vier Monate, wobei vorgesehen ist, dass sie 250 Stunden pro Jahr nicht überschreiten darf. Die Sozialpartner dürfen in Tarifverträgen Ausnahmen von diesen Regelungen machen, sofern diese Ausnahmefristen 12 Monate nicht überschreiten und die jährliche Überstundengrenze eingehalten wird. Mit Blick auf die Zukunft der Arbeit: Wie kann das Beste aus Tarifverhandlungen gemacht werden Nach dem seit den 1970er Jahren geltenden Grundsatz der allgemeinen Anwendbarkeit sind branchennahe Tarifverträge allgemein verbindlich und gelten somit auch für unorganisierte Arbeitgeber und Arbeitnehmer in diesem Sektor. 2001 trat das sogenannte Bestätigungsverfahren für allgemeinverbindliche Tarifverträge in Kraft. Eine Sonderkommission des Ministeriums für Soziales und Gesundheit bestätigt die allgemeine Anwendbarkeit der Vereinbarungen. Eine Vereinbarung auf Sektorebene ist allgemein anwendbar, wenn sie als repräsentativ für den betreffenden Bereich angesehen werden kann. Die repräsentative Vertretung in dieser Hinsicht bedeutet, dass schätzungsweise mehr als die Hälfte der Beschäftigten in diesem Sektor für Arbeitgeber arbeiten, die die Vereinbarung unterzeichnet haben. Die gesetzliche Arbeitszeit in Frankreich beträgt 35 Stunden pro Woche. Mit den “Aubry-Gesetzen” von 1998 und 2000 wurde die gesetzliche Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden von 2000 für alle Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten und ab 2002 für kleinere Unternehmen reduziert. Alle französischen Unternehmen haben zwischen 2000 und 2004 Arbeitszeitverkürzungen ausgehandelt.

Das Gesetz erlaubt eine Vielzahl flexibler Regelungen, nach denen Unternehmen (innerhalb von Grenzen) von bestimmten Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes abweichen können, sofern solche Vereinbarungen im Rahmen von Tarifverhandlungen ausgehandelt und organisiert werden. Dies gilt z. B. für die jährliche Berechnung von Überstunden, wenn die Vereinbarung eine jährliche Anpassung der Arbeitszeit vorsieht, oder für die Berechnung der Arbeitszeit der Führungskräfte nach im Laufe des Jahres geleisteten Tagen (Boulin & Cette, 2008). Anmerkungen: * Nach der Änderung der Regeln durch die EK sollten zentralisierte Vereinbarungen nicht mehr stattfinden, und in den Jahren 2017–2018 wurde keine zentralisierte Vereinbarung unterzeichnet. Traditionell sind die zentralen Organisationen jedoch stark in die Tarifverhandlungen eingebunden und haben auch in den Jahren 2017 bis 2018 ihre Mitgliedsgewerkschaften in den sektoralen Verhandlungen unterstützt und koordiniert. Die Praxis, in Tarifvertragsbestimmungen mit Öffnungsklauseln oder Opt-out-Klauseln zu verancachten, ist sehr selten. Die arbeitsrechtliche Reform von 2017 ermöglicht es jedoch, sektorale Vereinbarungen an die Größe des Unternehmens anzupassen. Beispielsweise decken einige ihrer Bestimmungen möglicherweise nicht kleine Unternehmen ab. 2019 gab es mehrere schwere Arbeitskonflikte.

Am bemerkenswertesten waren die langwierigen Tarifverhandlungen in der Technologiebranche, die Anfang Januar 2020 beigelegt wurden, und der Konflikt im Postsektor.