Tarifvertrag journalisten tageszeitung

Die Existenz eines solchen gemischten Ausschusses würde es den Arbeitnehmern des Sektors ermöglichen, unter Tarifverträge zu fallen, die den Besonderheiten des Sektors Rechnung tragen, und nicht durch den sehr allgemeinen Gemischten Ausschuss 218. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Verlegerverbände gegen die Einführung eines solchen gemischten Ausschusses sind, ebenso wie der Arbeitgeberverband im Allgemeinen. Als Berufsverband konnte dieser nicht im Gemischten Ausschuß vertreten sein (aufgrund eines Gesetzes von 1968 können nur horizontale Arbeitnehmerorganisationen mit mindestens 50.000 Mitgliedern in gemischten Ausschüssen sitzen) und dürften daher die für Journalisten geltenden Tarifverträge nicht aushandeln. Das schreckt nicht davon ab, dass der Arbeitgeberverband seit 50 Jahren die Interessen von Journalisten verteidigt. Es wäre nützlich, wenn diese Rechtsvorschriften auf eine gleichberechtigte Beteiligung aller Sozialpartner und Arbeitnehmer geändert werden könnten. Ohne eine solche Maßnahme könnte sich der Charakter des sozialen Dialogs im Bereich der Printmedien zu ändern beginnen. Digitale Journalisten von Sports Illustrated unterzeichnen eine freiwillige Anerkennungsvereinbarung und schließen sich ihren Kollegen auf der Printseite des Magazins an, das seit 1954 von der NewsGuild of New York (Communication Workers of America) vertreten wird. Die neue Verhandlungseinheit besteht aus etwa 80 Mitarbeitern. Der Antrieb hatte mehr als 90% Unterstützung, als es am 6. Januar 2020 angekündigt wurde.

Gerechtigkeit, Zeitarbeitskräfte und Belästigungsprotokolle gehörten zu den Anliegen der Journalisten. Weitere Beweggründe resultierten aus den Bedingungen unter dem neuen Eigentümer Maven, einschließlich erheblicher Entlassungen, die Menschen mit Farbe und Frauen überproportional beeinträchtigten, und inkonsistenten redaktionellen Standards. Der 32-köpfige Newsroom von The Intercept tritt der Writers Guild of America, East als Muttergesellschaft First Look Media bei und erkennt die Gewerkschaft nach einem Kartencheck freiwillig an. Neben der Notwendigkeit, Journalisten vor Angriffen unter der Trump-Administration zu schützen, erklärte die Gewerkschaft in einer öffentlichen Erklärung: “Während wir die Flexibilität beibehalten, die uns zum Gedeihen verhilft, versuchen wir, faire Standards und Schutzmaßnahmen zu formalisieren, um uns zu helfen, unsere stärkste Arbeit in den kommenden Tagen zu produzieren.” Generell ist es wichtig zu betonen, dass sich der Mediensektor in einer Legitimitätskrise zu befinden scheint. In Frankreich beispielsweise hat sich in diesem Bereich eine Reihe von Unsicherheiten entwickelt. Diese sind hauptsächlich auf Umstrukturierungen zurückzuführen, die sich aus den jüngsten Übernahmen (Ouest-France und Socpresse) ergeben haben, die die Spannungen in den Arbeitsbeziehungen aufgrund der prekären Beschäftigungslage der Arbeitnehmer in keiner Weise belastet haben. In erster Linie hat das Wachstum des “Volksjournalismus” in Form von Blogs zu Wettbewerb und vor allem zu ernsthaftem kritischem Engagement gegenüber den traditionellen Medien geführt. Zweitens war die Frage der journalistischen Neutralität Gegenstand einer hitzigen Debatte in der jüngsten Kampagne für das Referendum über die Europäische Verfassung, wobei ein Teil der öffentlichen Meinung die Informationen, die ausgestrahlt wurden, kritisch in Frage stellte. Darüber hinaus wurde im Laufe der Kampagne ein Anstieg der Macht alternativer “Volksmedien” beobachtet.

Für die Tagespresse ist dieses Phänomen Hand in Hand mit dem wirtschaftlichen Druck gegangen, der sich aus der zunehmenden Verfügbarkeit kostenloser Nachrichten ergibt, sei es im Internet oder in Papierform.